Sprachfördergruppe DAZ

Sprachfördergruppe DaZ

Seit dem Schuljahr 2015/16 besuchen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunftsländer unsere Schule. Syrien, Afghanistan, Mali, Guinea, Philippinen, Eritrea, Libanon, Iran, Kosovo, Albanien, Rumänien, Chile, Brasilien – viele Nationen und Kulturen durften wir bereits kennenlernen.

Die Schüler/innen, die aus anderen Ländern zuwandern und unsere Schule besuchen, erhalten individuelle Förderung in den Fächern Deutsch und Mathematik. Mit einem individuellen Stundenplan ausgestattet nehmen sie sowohl am Regelunterricht ihrer Klasse als auch am Förderunterricht teil. Zwei Kolleginnen unterrichten  die Fördergruppe. Darüber hinaus versuchen wir mit Hilfe von freiwilligen Oberstufen-Mentoren auch die Kompetenzen in Englisch zu fördern.

Unsere Fördergruppe ist stets bunt gemischt. Die unterschiedlichen Nationen sind nur ein Aspekt, der die Vielfalt der Gruppe ausmacht. Alle Altersstufen von Klasse 5 bis zur Oberstufe lernen gemeinsam.  Ebenso sind die Voraussetzungen, die die Schüler/innen mitbringen, sehr verschieden, da in den Herkunftsländern oft gar kein oder in den letzten Jahren kein Schulbesuch möglich war. Demnach sind das Lerntempo sowie die Lernstruktur sehr unterschiedlich und müssen aufgefangen werden.

 

Frische Fische, frischer Fisch, den frischen Fisch, der frische Fisch, ein frischer Fisch, des frischen Fisches, dem frischen Fisch – was uns keine Probleme bereitet, kann jemandem, der diese Sprache erlernen möchte, die Haare zu Berge stehen lassen.

Aller Anfang ist schwer

Sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für uns. Kein Wort Deutsch – oft die erste Information, die wir bekommen, wenn ein neues Gesicht in den DaZ(Deutsch als Zweitsprache) Unterricht kommt. Wie schnell sich dies ändert, ist erstaunlich.
Google-Übersetzer, Bild-Wörterbücher oder die  „Hände und Füße“ leisten am Anfang gute Dienste für die Kommunikation. Es zeigt sich, dass nahezu jedes Kommunikationsproblem mit ein bisschen Kreativität zu lösen ist. Im Laufe der letzten Jahre bekam auch unsere Arbeit mehr Struktur. Wir konnten vermehrt auf Lehrwerke und zunehmende Erfahrungen zurückgreifen, um bestmöglich auf die sehr individuellen Ansprüche der Schüler/innen einzugehen.

Kennenlernen der anderen Kultur

Neben dem Erlernen von Deutsch und Mathematik stehen oft auch die Erfahrungen und Eindrücke der einzelnen Kinder im Zentrum des Unterrichts. Fremde Sprachen, fremde Speisen, fremde Feste, fremdes Schulleben, ein Austausch über die jeweils anderen Kulturen ist wichtiger Teil des Unterrichts, da diese Themen zudem alltagsbezogene Sprachanlässe liefern, die alle Schüler/innen betreffen. Darüber hinaus bringen die Kinder nicht nur kulturelle Erlebnisse ihres Heimatlandes mit, oft sind die Geschichten, die die Schüler/innen erzählen, auch traurig, berühren uns und geben uns Einblicke in die Lebensverhältnisse im Heimatland. Egal, ob die Schüler/innen mit Familie oder unbegleitet zu uns kommen, wir an der Schule versuchen, das Ankommen und die Integration über das Medium Sprache sowie als Ansprechpartner für Probleme aller Art zu erleichtern.